Die Sage vom Heiligen Einhart und dem Steinsbörnchen

 

Auf dem Klusenberge über der Stadt Altena gelegen stehen als verfallenes Gemäuer die Reste einer Kapelle, in welcher vor langer Zeit der heilige Einhart als Einsiedler lebte.

Dieser Einhart mußte sein Trinkwasser täglich in seinem Kruge drunten im Tal an der Lenne holen.
Und da er nun in die Jahre kam, daß er nicht mehr so rüstig schreiten konnte, glitt er eines Tages, als er die Kuppe seines Berges fast erreicht hatte, aus, fiel auf den Felsen und zerbrach seinen Krug. In dem ersten Schmerz über den vergeblichen Gang rief er dem Herrgott zu: „Kannst Du denn nichts tun für mich alten, hinfälligen Mann, damit ich nicht stets hinunter an den Fluß zu wandern habe?“
Kaum hatte der Einsiedler diese Klage verlauten lassen, so vernahm er das Rauschen eines Brünnleins, das gerade dort hervorquoll, wo ihm der Krug zerbrochen und das Wasser aus der Lenne auf den Stein vergossen war, und das heute Steinsbörnchen genannt wird. Der Heilige Mann hatte fortan seinen Trunk oben auf seinem Berge und brauchte nicht mehr zur Lenne niederzusteigen.
Bald kamen die Bewohner der umliegenden Täler und Höhen, kosteten von dem Wasser und fanden, daß es die Kraft habe, Mensch und Vieh, die davon tranken, fruchtbar zu machen. Nach dem Tode des heiligen Einhart kamen zahlreiche Pilgerzüge, um an dem Quell zu beten, zu trinken und für sich und ihre Hausleute Fruchtbarkeit zu erflehen.
Wer zu diesem Brünnlein gelangen will, muß den in den Fels gehauenen Quell an dem oberen Rundweg suchen. Weiter unten am gleichen Berghang entspringt noch eine zweite Quelle, die mit Natursteinen ummauert ist, und die (fälschlicherweise) häufig als Steinsbörnchen bezeichnet wird.

Das ist das Steinsbörnchen, aus dem Einhart sein Wasser holte
Das ist das Steinsbörnchen, aus dem Einhart sein Wasser holte

 

 

 

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